BASEBALL ALS SCHULSPORT . Gerhard Breitenfellner


             
.HTL SAALFELDEN
HTL Saalfelden
www.breitenfellner.info

 

BASEBALL - Das "Spiel der Spiele" fördert vorallem die Wurftechnik, das Konzentrationsvermögen und trägt wie kein anderes Ballspiel zu einem positiven, sozialem Klima unter SchülerInnen bei. Man spielt es in der Halle, im Freien, als "Kleines Spiel" oder in komplexer Form, mit einem Minimum an Hilfsmittel oder einer Fülle an motivierender Ausrüstung.

http://www.youtube.com/watch?v=SldWf5iRp7s
https://www.youtube.com/watch?v=kkN139nylmY

 

Für interessierte SportlehrerInnen habe ich dieses einführende Skriptum zusammengestellt. Wenn Sie Fragen zu Ausrüstung, Regelwerk, Sicherheit, ....... haben, schicken Sie mir eine "Mail". baseball@breitenfellner.info


Alle weiteren geschlechtsspezifischen Angaben beziehen sich auf beide Geschlechter.


Baseballskript !   
Kurz-Skriptum - LehrerInnenfortbildung


Brennball (FAU Erlangen)

Regelwerk-Zusammenfassung

BASEBALL / SOFTBALL / TEEBALL

(Auszug aus dem Skript)

Geschichte Regelwerk Fachausdrücke Technik Ausrüstung Sicherheit Spielformen
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Geschichte des Baseballsports

Woher kommt eigentlich Baseball ?
Wahrscheinlich aus England. Allerdings beanspruchen die Amerikaner Baseball als ihr Spiel.

Wo wird Baseball gespielt ?
Professionell in den USA, Japan, Südkorea, Mexiko und Südamerika. In Europa wird Baseball hauptsächlich in Holland, Italien und Deutschland gespielt. In Österreich gibt es eine Bundesliga, viele Regionalligen  mit starker "Wienlastigkeit".

Die amerikanische Major League ist die bedeutendste Baseballliga der Welt.


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Regelwerk    siehe "baseball basics" aus der majorleague"

1. Das Spielfeld - ist ein Viertelkreissektor mit [original] mind.122m Radius für Baseball.

2. Spielablauf

>>> 2 Teams (9 gg. 9) spielen max. 9 Innings = 18 Halfinnings.
SlowPitch-Softball: 10 gg. 10 in 7 Innings

1. Halfinning : Ein Team verteidigt (Kennzeichen : Kapperl, Handschuhe, werfen, fangen)
Das zweite Team greift an (Kennzeichen : Helm, Schläger, laufen).

2. Halfinning : Die Teams tauschen die Rollen bezüglich Angriff und Verteidigung. ...... usw.

>>> Welche Aufgaben haben angreifende, bzw. verteidigende Teams ?
Nur das angreifende Team kann punkten (Punkt = Run). Es können max. 4 Angreifer (Runner) am Feld sein. Das verteidigende Team (alle 9 Spieler am Feld) kann die Runner "ausmachen". Sind drei Runner "aus", ist ein Halfinning zu Ende.

>>> Wie punktet ein Läufer ?
Indem er nacheinander alle Bases erläuft und das Homebase wieder erreicht. Auf einem Base darf nur ein Läufer "sicher" sein (= "Insel", an der man nicht "ausgemacht" werden kann). Der direkte Weg zwischen den Bases ist durch den natürlichen Lauf eines Runners vorgegeben. Das Erreichen der Homebase durch einen Läufer ist ein Punkt (Run).

>>> Wie wird man zum Läufer ?
Das angreifende Team ist durchnumeriert (Batting Order). In dieser Reihenfolge kommen die Spieler zum Abschlag (Bat), versuchen einen vom Gegner zugeworfenen Ball abzuschlagen und werden bei einem Treffer zu Läufern.

>>> Wie kann man "ausgemacht" werden ?

1. Als Batter-Runner (beim Abschlag), wenn man den richtig zugeworfenen Ball (Werfer muß eine bestimmte Zone treffen (Strike - Zone)) 3x nicht trifft (Strike Out).

2. Als Batter-Runner (beim Abschlag), wenn ein Verteidiger den abgeschlagenen Ball direkt aus der Luft fängt (Fly Out).

3. Als Runner, wenn man von einem Verteidiger mit dem Ball in der Hand berührt wird (Tag Out).

4. Als Runner, wenn ein Verteidiger mit dem Ball das Base, das man erlaufen will, früher berührt (Force Out). Dazu gibt es allerdings eine Ausnahme :

Force Out (Ground Out) ist nur erlaubt, wenn der auszumachende Läufer „gezwungen" ist das nächste Base zu erlaufen. Er ist nicht gezwungen, wenn irgend ein Base, das er bereits hinter sich gelassen hat, nicht besetzt ist. Wenn er also wieder zurücklaufen könnte. Ein „ungezwungener" Läufer kann nur durch Tagging ausgemacht werden.

>>> Ein "ausgemachter" Spieler scheidet in diesem Spielzug aus und kommt entsprechend der Batting Order wieder zum Abschlag.

>>> Das Team, das nach max. 9 Innings (9 Möglichkeiten zu punkten) die meisten Runs erzielt hat, gewinnt.


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Fachausdrücke
Catcher

Pitcher

First Baseman

Second Baseman

Short Stop

Third Baseman ......... Infielder

Right Fielder

Center Fielder
Left Fielder
....... Outfielder

Strikezone - das ist die imaginäre Zone, in die der Pitcher werfen muß.

... ist so breit wie das Homebase !
...reicht in der Höhe von den Achselhöhlen bis zu den Knien des jeweiligen Batters.

3 Strikes (Fehlschläge) -----------> Batter Out.
4 Balls (Fehlwürfe) ----------------> Runner darf zum ersten Base.
 
 

Strike - Schwingt man durch, und trifft nicht, so ist auch ein falsch geworfener Ball ein Fehlschlag.

Ball - Der Batter schlägt nicht und der Wurf verfehlt die Strikezone.

Home Run = 1 Punkt = Ein Läufer kann nach eigenem Abschlag einen Run erzielen.
Jeder Läufer auf Base punktet natürlich auch !

Foul Ball - Abschlag ins Seitenaus (ist ein Strike, wenn man weniger als 2 Strikes auf dem Konto hat).

Force Play - movie - Das Berühren einer Base in Ballbesitz, bevor es ein Läufer erreichen kann (Runner out).

Tagging - Das Berühren und Ausmachen eines Läufers, indem man ihn mit der Hand berührt, in der sich der Ball befindet. Runner sind nur sicher, solange sie Basekontakt haben. Das Überlaufen der Base ist nur am First Base erlaubt.

Base Stealing - ein Läufer "holt" sich das nächste Base, obwohl der nächste Abschlag noch gar nicht erfolgt ist. Base Stealing ist nur im Baseball und Fast-Pitch-Softball (nach dem Pitch), nicht aber beim Slow-Pitch-Softball oder Tee-Ball erlaubt.

Fly Ball Regel - Wird der abgeschlagene Ball direkt aus der Luft gefangen, darf der Läufer auf Base erst in dem Moment sein Base verlassen, in dem der Ball gefangen wird. Ist er schon vorher weggelaufen, muß er wieder zurück.

Ausnahme zum Force Out - Ein Läufer kann im nächsten Spielzug durch Force Play ausgemacht werden, wenn er gezwungen ist, das nächste Base zu erlaufen. Ein Läufer ist dann "gezwungen", wenn alle Bases, die er bereits hinter sich gelassen hat, von Mitspielern besetzt sind. Ein "ungezwungener" Runner kann nur durch Tagging ausgemacht werden. Ein "Base Stealer" ist nicht gezwungen, da der nächste Spielzug noch gar nicht eingeleitet wurde.

Run nach dem 3. Out - In dem Moment, in dem der 3. Runner ausgemacht wird, kann nicht mehr gepunktet werden. Wird der 3. Runner durch Force Play ausgemacht, so werden alle in diesem Spielzug erzielten Runs annuliert.


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Technik des Werfens

Die Wurfschulung ist das zentrale Element beim Erlernen des Baseballsports. Der Wurf unterscheidet sich von anderen Ballsportarten (Handball) und ist in der Bewegungsausführung dem Speerwurf sehr ähnlich :

1. seitliche Ausgangsstellung
2. große Ausholbewegung
3. großer Stemmschritt mit hohem Ellbogen
4. Wurf mit Rückwärtsrotation des Balles
5. "Follow Through" - (Ausschwingen des Wurfarmes) = "Pflücke einen Grashalm !"

.......

Der Wurf des Pitchers wird mit einer eigenen Technik incl. "Wind Up" ausgeführt und zeichnet sich durch unterschiedliche Griffe aus, die dem Ball verschiedene Wurfbahnen verleihen:


Technik des Fangens

1. Frontale Bälle mit gehobenem Ellbogen

2. seitliche Bälle - die Wurfhand fängt mit. (bei langen Bällen -- Kreuzschritt)

3. Frontale Boden - Bälle (Grounder) und Flugbälle (Fly Balls) mit Schutz durch die 2. Hand

WICHTIG :
>>> Ausgangsstellung vor dem Abschlag : Alle Gelenke beugen, Gewicht auf den Fußballen (nicht auf der Ferse) ---- vgl. Volleyball.

>>> Die Wurfhand sichert (Mit zwei Händen fangen !).


Technik des Schlagens (Batting)

1. Ausgangsstellung zur Homebase :

Seitlich zur Homebase stehen, die Spitze des Schlägers berührt mit gestreckten Armen die Mitte der Homebase

2. Seitliche Ausholstellung

3. Treffen (hinteres Bein bleibt am Boden und wird am Fußballen verdreht, das Knie knickt dabei ein. Das vordere Bein wird durchgestreckt) und Ausschwingen ...

 

  .......

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Ausrüstung
 

Adresse: http://www.bens.at/

 Handschuhe (Mitt):
... linke für Rechtshänder; Vollleder am besten; brauchbar von € 40,- bis 300,-;
Größe : Oberstufe 12" - 13 1/2", Unterstufe 11" - 12 1/2".

2. Schläger (Bat):
Alu besser als Holz; mit kleinerem Bat trifft man besser (30" - 34"),
brauchbar von € 50,- bis 500,-.

3. Bälle
original Baseball = hart, Leder.
original Softball = hart, Leder, größer als der Baseball
Incrediball-Baseball = weich, Stoff oder Leder.
Incrediball-Softball = weich, Stoff oder Leder, größer.

Zusätzliche Ausrüstung ist natürlich von Vorteil. Je weniger Ausrüstung, umso mehr muß man vom Originalspiel abweichen, wobei in der Schule viele Variationen möglich sind.


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Genormte Spielformen

1. BASEBALL ist sehr komplex, so dass auch in Amerika als Freizeitsport eher Softball gespielt wird --------->

2. SOFTBALL - "weich" ist hier nur der Zuwurf des Pitchers, der von unten erfolgt. Der Ball ist etwas größer. Die Distanzen sind somit kürzer und einfacher zu überwinden.

Beim Slow-Pitch-Softball gibt es kein Basestealing. Die Läufer dürfen ihr Base erst verlassen, wenn der Schläger den Ball berührt. Beim Fast-Pitch-Softball darf man das Base verlassen, wenn der Pitcherwurf erfolgt ist.

3. TEE - BALL - "ohne Pitcher"; der Ball wird von einem Tee abgeschlagen

Beim Teeball gibt es kein Basestealing. Die Läufer dürfen ihr Base erst verlassen, wenn der Schläger den Ball berührt.
 
 

Angepasste Spielformen

1. Baseball in der Halle - = Teeball oder Softball

Abgeänderte Spielregeln - Wände und Decke sind "Luft" ! , Läufer müssen auf der Breitseite einmal um einen "Hochsprungständer". WICHTIG : eigene Touch-Zonen für Verteidiger. Verteidiger dürfen Bases nicht berühren. Zusätzliche Absicherungen an den Wänden (Weichböden).
 
 

2. Anfängerregeln für Tee- und Softball

a.) Der richtige Zuwurf beim Softball wird sehr tolerant geahndet.

b.) Es wird eine Zone in der Nähe der Homebase eingerichtet. Force Play an dieser Zone macht alle Läufer, die nicht auf Base sind aus. Force Play ist immer erlaubt (auch bei ungezwungenen Spielern).

c.) Es werden 4 Zonen (jede ist für das Forceplay einer Base zuständig) in der Nähe der Bases eingerichtet. Force Play an einer Zone macht den Läufer, zu der entsprechenden Base aus. Die Verteidiger versuchen, in einem Spielzug mehrere Spieler hintereinander auszumachen. Force Play ist immer erlaubt (auch bei ungezwungenen Spielern).

d.) Bei Fly Ball sind alle Läufer, die nicht auf Base sind aus.

e.) Um Zusammenstöße zu vermeiden kann man die zusätzlichen „Touch - Zonen" für die Verteidiger grundsätzlich ins Regelwerk aufnehmen.


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Sicherheitsrichtlinien

Ein "neues" Spiel bringt neue Gefahrenmomente.

Oberstes Gebot : "Fürchte den Ball nicht, aber respektiere ihn !"

Folgende Richtlinien sollten im Unterricht unbedingt eingehalten werde :
1. Ohne Schutzausrüstung oder ohne genügend Erfahrung dürfen keine harten Bälle verwendet werden.
2. Der Schläger muss nach dem Abschlag abgelegt und darf nicht geworfen werden. (= ins Regelwerk einbinden !)
3. Verteidiger dürfen nicht nahe des Abschlgs und nicht in der "Laufbahn" stehen.
4. Zusammenstöße an den Bases kann man vermeiden, indem man eine Zone extra für Verteidiger einrichtet.
5. Angreifer, die nicht am Feld sind, müssen sich geordnet in einer eigenen Zone aufhalten; d.h: KEIN/E SCHÜLER/IN IN DER NÄHE DES ABSCHLAGES!
6. Wurfübungen immer parallel ausführen lassen.

>>> SchülerInnen sollten für Gefahrenquellen sensibilisiert werden.


Um Softball im Schulsport einzuführen bedarf es engagierter LeibeserzieherInnen. Je mehr sich das zutrauen, umso eher wird Softball ein zusätzliches Spiel, das eine Bereicherung zum Spieleangebot im Freien darstellt. Viel Spaß dabei wünscht Euch

Gerhard Breitenfellner


Für spezielle Fragen stehe ich gerne zur Verfügung :

mail an (gerhard breitenfellner)

Sieger des HTL-Softballturniers 2006 = III. Elektrotechnik